Wieder so ein Rezept, das ich einfach mal ausprobieren musste, weil ich es mir gar nicht vorstellen konnte, dass das Gebäck a) nicht steinhart wird und b) überhaupt schmeckt, kommt doch eine erhebliche Menge an Zimt und Nelken in den Teig.


Das Rezept für die Läckerli habe ich aus meinem altbewährten Plätzchenbackbuch von Oli Leeb, die Rezepte von ihr gelingen immer. Deshalb habe ich den Versuch dann auch gewagt. Und sie schmecken sooooo gut. Aufgrund der enormen Menge an Gewürzen schmecken die lebkuchengleichen Läckerli ja schon fast scharf.
Die Basler Läckerli sind ja nicht umsonst Klassiker. Gebacken werden sie in Basel bereits seit dem Mittelalter. Und, man glaubt es kaum, in der Schweiz werden sie tatsächlich ganzjährig genossen.

Im Originalrezept wird Pottasche verwendet. Ich mag den Geschmack nicht, deshalb habe ich es durch Backpulver ersetzt. Dadurch wird das Läckerli vielleicht nicht so locker, aber es schmeckt. Und auch wenn der Teig einen Tag ruhen muss (das ist wichtig für die Pottasche, aber auch weil soviel Honig im Teig ist – der Lebkuchen wird später sonst nicht weich), gebe ich das Backpulver gleich in den Teig.
Nochmal zu den Gewürzen: mit Zimt, Nelken und Muskat wird wirklich nicht gespart. Aber das macht die Basler Läckerli eben so besonders. Deshalb würde ich in diesem Fall auch nicht weniger an Gewürzen verwenden.
Die Glasur wird mit Kirschwasser gemacht. Auch hier war ich sehr skeptisch. Etwas Alkohol in den Plätzchen finde ich ja immer gut, aber klarer Schnaps in der Glasur? Nun ja, ich habe es gewagt, und es schmeckt gar nicht „sprittig“ 🙂
Zutaten (für 1 Blech voller Läckerei):
Teig:
- 500g Honig
- 200g Zucker
- 20g Zimt
- 10g gemahlene Nelken (das ist ein handelsübliches Pakerl – aber nehmt nicht weniger!)
- 1/2 gemahlene Muskatnuss
- Schale 1 Zitrone
- 70g kleingehacktes Zitronat
- 70g kleingehacktes Orangeat
- 230g Mandelblättchen
- 700g Mehl
- 1 P. Backpulver (alternativ 15g Pottasche)
- 3 EL Kirschwasser
Glasur:
- 300g Puderzucker
- 3 EL Kirschwasser
- 3 EL heißes Wasser
Zubereitung: Den Honig in einen Topf geben und langsam erhitzen, den Zucker im heißen Honig auflösen. Das Ganze etwas abkühlen lassen. Die Gewürze und die Zitronenschale dazugeben. Zitronat und Orangeat (beides kleingehackt) zusammen mit dem Mandelblättchen unterrühren. Das Mehl mit dem Backpulver mischen und unter die Honigmasse mengen, dabei das Kirschwasser mit untermischen. Wer Pottasche verwendet, löst diese zuerst im Kirschwasser auf und gibt es dazu.
Den Teig gut durchrühren, er ist schwer und zäh. Dann 1cm dick ausrollen, gleich auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und zugedeckt (bei mir war es ein Leintuch) bei Zimmertemperatur mind. 24 Std. ruhen lassen. Er darf auch gerne ein paar Tage so liegen, das macht dem Honigteig nichts aus. Er kann sogar 1 Jahr lang so gelagert werden.
Nach der Ruhezeit den Backofen auf 180 Grad (Umluft) vorheizen und den Honigkuchenteig ca. 18-20 Min. backen.
Für die Glasur Puderzucker mit Kirschwasser und heißem Wasser glatt rühren und die gebackene Teigplatte noch heiß damit überziehen. Ausgekühlt in kleine Rechtecke oder Rauten schneiden.
Probiert es aus, ihr werdet staunen. Und schreibt mir, wie ihr die Basler Läckerli findet 🙂



