Am 13.12. feiern die Schweden das Luciafest. Der Gedenktag der Heiligen Lucia war ursprünglich der kürzeste Tag des Jahres – bevor der Gregorianische Kalender im Jahre 1752 eingeführt wurde. Also fällt das Luciafest eigentlich ursprünglich auf die Wintersonnwende zurück. Weil es damals also an diesem Tag am längsten Nacht war, wurden viele Kerzen angezündet. Heute setzen sich die Schweden zum Gedenken an die Hl. Lucia einen Kerzenkranz auf – was wiederum zu den Beschreibungen dieser Heiligen passt.


Wie auch immer – tatsächlich hat dieser Tag auch in einigen Teilen Bayerns eine Bedeutung. Denn in manchen Gegenden wurde der Name Lucia mit Perchtengestalten in Verbindung gebracht. Nur bei uns hieß sie Luzie oder Heuluzi – schöne Namen für Perchten und Krampusse. Diese waren bis in die 50er Jahre an diesem Tag aktiv und erschreckten die Kinder. Ich weiß noch, wie meine Oma immer davon erzählt hat.

Traditionell werden zum Luciafest in Schweden Lussekatter gereicht – ein Hefegebäck mit Safran. Dazu trinken die Schweden wahrscheinlich Glögg. Ich bin mir sicher, dass die Bayrischen Perchten auch davon begeistert wären.


Ich habe lange nach Rezepten recherchiert, einige traditionelle Lussekatter werden mit Quark gemacht, andere nicht. Wahrscheinlich hat jede schwedische Familie ihr eigenes Rezept. Mir jedenfalls hat die Variante mit Quark am Besten gefallen. Er hält das Gebäck frisch und saftig.
Zutaten (für ca. 20 Stück):
- 50g Butter
- 2g Safranfäden
- 450g Mehl
- 1/2 Würfel Hefe
- 75g Zucker
- 1 Prise Salz
- 1 EL Vanillezucker
- 250ml Milch
- 125g Quark (20%) – zimmerwarm
- 1 Eigelb + 1 EL Milch zum Bestreichen
- 40 Rosinen zur Deko
Zubereitung: Die Butter in einem kleinen Topf auf dem Herd langsam schmelzen, den Safran darin auflösen und alles auskühlen lassen.
Die Milch lauwarm erwärmen, die Hefe hineinbröckeln und auflösen. Dann den Zucker und den Vanillezucker dazugeben, verrühren und 10 Min. bei Zimmertemperatur gehen lassen.
Das Mehl mit dem Salz in eine Schüssel geben, die Hefe-Milch dazu gießen. Den zimmerwarmen Quark ebenfalls hinzufügen und alles mit dem Knethaken der Küchenmaschine langsam verkneten. Die abgekühlte flüssige Safran-Butter zugeben. Den Teig ca. 5 Min. kneten lassen, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst. Dann abgedeckt bei Zimmertemperatur ca. 1 Std. gehen lassen.
Wenn der Teig schön aufgegangen ist, gebt Ihr ihn auf die Arbeitsfläche und knetet ihn nochmal mit den Händen durch, bevor Ihr ihn in 20 gleich große Stücke aufteilt. Die 20 Stücke zu Kugeln formen, mit einem Küchentuch abdecken und nochmal 10 Min. gehen lassen. So lässt er sich später leichter formen und zieht sich nicht zusammen.
Aus jedem der 20 Kugeln eine ca. 12-14cm lange Rolle formen und von beiden Enden entgegengesetzt zur Mitte hin zu einer Schnecke einrollen, auf ein Blech setzen, nochmal 10 Min. gehen lassen.
Den Backofen auf 180 Grad (Umluft) vorheizen. Eigelb mit Milch verquirlen und die Lussekatter damit einpinseln. In die Mitte jeder Schnecke eine Rosine setzen (also pro Lussekatt 2 Rosinen). Die Gebäckstücke im vorgeheizten Ofen ca. 10-15 Min. goldgelb backen.
Die Lussekatter schmecken frisch am Besten. Aber auch am nächsten Tag – wie jedes Hefegebäck – sind sie mit Butter bestrichen in jedem Fall eine Leckerei!
Habt einen schönen Luciatag – und wenn die Perchten ans Fenster klopfen, gebt ihnen einfach ein Hefeteilchen 🙂



