Süßes, Kuchen und Gebäck

Rhabarberkuchen – oder wie ich mein Rhabarber-Trauma überwand

Wir haben Rhabarber-Überschuß – jedes Jahr. Denn bei meinem Vater im Garten wächst der Rhabarber wie Unkraut. Dementsprechend muss das Zeug ja auch verwertet werden, denn verkommen darf nichts. Früher wurde der Rhabarber nur in Form von Kuchen verarbeitet. Und zwar nur in Form von immer dem selben Kuchen. Keine Variationen! Denn das mochte keiner. Also buk ich Rhabarberkuchen. Immer denselben, die ganze Saison lang (das Zeug wächst lange in Papas Garten). Ich konnte ihn nicht mehr sehen. Ich konnte überhaupt keinen Rhabarber mehr sehen. 2 Monate lang im Jahr jeden Samstag denselben Rhabarberkuchen.

Jetzt, mit einigem Abstand zu Rhabarber und Kuchen muss ich sagen, es ist tatsächlich der beste Rhabarberkuchen den ich kenne. Und ich mach auch keinen anderen mehr. Aber halt nicht 2 Monate lang jeden Samstag… Außerdem habe ich im Laufe der letzten Jahre festgestellt, wie vielseitig Rhabarber ist und was man damit noch so alles machen kann.

Ich habe viel mit Rhabarber ausprobiert (der wird ja trotzdem nicht weniger in Papas Garten…) und werde Euch einige Rezepte davon vorstellen. Klar kann man auch herzhafte Speisen mit Rhabarber zubereiten, wie z.B. Schweinefilet mit Rhabarbersoße, aber ich muss sagen, süß ist er mir lieber.

Aber jetzt kommt erstmal das ultimative Rhabarberkuchen-Rezept. Da ich den Kuchen seit meinem ca. 12. Lebensjahr backe, gibt es natürlich kein aufgeschriebenes Rezept – es ist eher ein „Pi-mal-Daumen-Rezept“:

Zutaten (für eine 26er Springform):

Teig:

  • 400g (Dinkel-)Mehl
  • ½ P. Backpulver
  • 250g Zucker
  • 130g Zucker
  • 1 Eigelb
  • 1 Prise Salz

Füllung:

  • 600g Rhabarber
  • 1 Apfel
  • 4-5 + 2 EL Zucker
  • 100ml + 6 EL Wasser
  • 1 P. Vanillepuddingpulver

Zubereitung:

Für den Teig alle Zutaten zu einem Mürbteig verkneten und ca. 30 Min. im Kühlschrank ruhen lassen. In der Zwischenzeit die Füllung vorbereiten:

Hierfür den Rhabarber schälen und in ca. 2 cm lange Stücke schneiden. In einen Topf geben, den Apfel dazuhobeln, 4-5 EL Zucker darübergeben und das Wasser. Alles aufkochen lassen und solange köcheln lassen, bis der Rhabarber beginnt zu zerfallen. Das Vanillepuddingpulver mit 2 EL Zucker und 6 EL Wasser anrühren und in die kochende Rhabarbermasse einrühren. Einmal aufkochen lassen und vom Herd nehmen. Etwas abkühlen lassen und probieren, ob das Kompott auch süß genug ist.

Ofen auf 180 Grad (Umluft) vorheizen. Den Mürbteig in zwei Hälften teilen. Die eine Hälfte ausrollen und den Springformboden damit auskleiden bzw. gleich auf dem Boden der Springform ausrollen. Den überschüssigen Teig abschneiden und damit den Rand der Springform auskleiden bzw. zu einer Rolle formen, an den Rand der Springform legen und die Rolle an den Rand der Springform drücken. So habt Ihr ruck-zuck einen Rand hochgezogen.

Nun die Rhabarbermasse einfüllen. Die zweite Hälfte des Mürbteigs auf die Größe der Springform ausrollen, als Deckel auf die Rhabarbermasse geben und den Kuchen im vorgeheizten Ofen ca. 30 Min. backen.

Ganz wichtig: der Kuchen muss mindestens ½ Tag stehen, bis man ihn anschneiden kann. Denn sonst bindet die Rhabarbermasse nicht ab und die ganze Füllung läuft aus dem Kuchen. Schmeckt auch lecker (hab ich schon gaaaanz oft probiert…), sieht aber nicht schön aus.

Vor dem Servieren noch mit Puderzucker bestäuben. Der Kuchen schmeckt auch am nächsten Tag noch sehr gut.

Tipps:

  • wenn Ihr das Gefühl habt, die Rhabarbermasse ist zu flüssig, nehmt lieber noch ein weiteres Päckchen Vanillepuddingpulver. Sicher ist sicher.
  • man kann auch etwas mehr von der Füllung machen, es schmeckt als Kompott auch sehr sehr gut.
  • meist bleibt etwas Mürbteig über, daraus kann man noch Kekserl ausstechen und z.B. ins Kompott stecken.

 

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