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Backen anno 1912: Getränkte Brottorte

Dieses Rezept habe ich aus dem Rezepteheft meiner Großtante Anni. Es handelt sich um einen Kuchen, der aus Pumpernickelbrösel, Rotwein, Eiern und Nüssen besteht und zum Schluß noch mit Rotwein getränkt wird.

Brottorte0

Ich habe lange überlegt, was Tante Anni wohl in ihrem Rezept mit „Schwarzbrot“ gemeint hat. Denn in Bayern kennt man Schwarzbrot an und für sich nicht. Und wenn, dann handelt es sich um Roggen-Weizen-Mischbrot. Das klassische Schwarzbrot kennt man ja eher im Norden. Ich gehe davon aus, dass diese Torte aus Brotresten gemacht wurde, also aus unserem normalen Bayrischen Brot. Dennoch habe ich mich für eine Variante mit Pumpernickel entschieden, denn ich finde, der süße, herbe Geschmack von Pumpernickel passt hier sehr gut. Der Kuchen erinnert etwas an Glühwein.

Die Torte ist etwas bröselig, es fehlt halt das Mehl. Trotzdem finde ich sie sehr lecker. Man kann sie auch horizontal durchschneiden und mit Marmelade füllen. Da die Konsistenz aber wie gesagt sehr bröselig ist, habe ich darauf verzichtet. Im Original kommt gehacktes Zitronat in den Teig, ich habe statt dessen Zitronenabrieb verwendet, das schien mir passender.

Zutaten (für eine 28er oder 30er Springform):

Teig:

  • 280g Pumpernickel
  • 250ml Rotwein
  • 10 kleine Eier
  • 250g Zucker
  • 4 EL Arrak
  • 1 TL Zimt
  • ½ TL Nelken
  • Abrieb 1 Zitrone
  • 1 Prise Salz
  • 250g gemahlene Haselnüsse

Tränke und Glasur:

  • 200ml Rotwein
  • 80g Zucker
  • ca. 150g Puderzucker

Zubereitung: Den Pumpernickel zerbröseln und 1 Std. im Rotwein einweichen. Die Eier trennen. Eigelbe mit Zucker schaumig schlagen, Arrak, Zimt, Nelken und Zitronenabrieb unterrühren.

Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und unter die Eigelb-Masse heben. Dann den eingeweichten Pumpernickel und die Haselnüsse unterheben und den Teig in eine gefettete große Springform geben.

Bei 180 Grad ca. 35 Min. backen, aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Nun könnte man den Kuchen durchschneiden und mit (Johannisbeer-)Marmelade füllen. Da die Konsistenz aber ohnehin sehr bröselig ist, habe ich darauf verzichtet, nicht, dass mir der Kuchendeckel bricht.

Den Kuchen aus der Springform nehmen und auf eine Platte geben. Für die Tränke Rotwein und Zucker erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dabei darf der Rotwein nicht kochen, er wird sonst bitter. Dabei 3-4 EL von der Tränke für die Glasur beiseite stellen.

Die Tränke löffelweise über den Kuchen geben. Puderzucker mit der restlichen Tränke zu einer glatten Glasur verrühren und den Kuchen damit überziehen.

Tipp: durch die 10 Eier entsteht natürlich eine gehörige Portion Teig. Für eine 26er Springform ist der Teig zuviel. Die Masse aber halbieren ist ungünstig, da der Kuchen nach dem Auskühlen noch etwas zusammensackt – dann hätte man einen zu dünnen Kuchen. Deshalb lieber eine größere Springform wählen…

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